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Entbindung: Die Suche nach der passenden Klinik

Entbindung: Die Suche nach der passenden Klinik

Aprilbaby

Kaum ein Thema wird heißer diskutiert, als die Entbindungsklinik, z.B. z.B. beim Yoga, im Geburstvorbereitungskurs oder auch im Freundes- und Bekanntenkreis. Jeder hat eine andere Meinung und legt auf andere Gegebenheiten wert.

Wie haben wir, die für uns, passende Klinik gefunden?

Wie schon erwähnt, kamen das Geburtshaus und die Privatklinik nicht in Frage.

Ein Geburtshaus ist sicher toll! Die Atmosphäre und der persönliche Umgang sind bestimmt von Vorteil, allerdings komme ich beim Thema Komplikationen doch ins Grübeln. Was wäre, wenn etwas mit dem Baby nicht in Ordnung ist, oder wenn es bei mir zu Problemen kommt. Der Weg zur nächstgelegenen Klinik ist zwar nicht weit, aber es ist ein Weg und mit diesem Risiko kann ich mich nicht anfreunden.

Bei der Privatklinik habe ich von vornherein ein komisches Gefühl. Es macht den Eindruck, als würde der Fokus auf dem drum herum liegen, statt auf dem Patienten. Eigentlich schade, denn mit nur 13 Betten ist es wirklich überschaubar. Zudem habe ich einen nicht sehr schönen Erfahrungsbericht aus erster Hand erzählt bekommen, was mich ja doch ein wenig schockiert hat.

Bei den drei weiteren Kliniken hier in der Stadt gibt es nur ein großes Unterscheidungsmerkmal, nämlich die Level 1 Neonatologie. Lediglich eine der drei Kliniken weist diesen Pluspunkt auf, allerdings bin ich der Meinung, dass man die Kapazitäten einer solchen Klinik nicht in Anspruch nehmen sollte, wenn der Schwangerschaftsverlauf gut ist. Hätte meine Gynäkologin mit irgendwelchen Komplikationen gerechnet, hätten wir uns ganz sicher dafür entschieden. Auch wenn sich der kleine Mann noch vor der vollendeten 35. Schwangerschaftswoche hätte auf den Weg machen wollen, wären wir in diese Klinik gegangen.

Bei beiden anderen Kliniken ist das Angebot gleich, von der Entfernung gesehen, ist eine der Beiden noch einen Km näher dran. Also haben wir es uns einfach gemacht und uns für die am nächsten gelegene entschieden.

Die Kreißsaalführung

Von Zeit zu Zeit finden Kreißsaalführungen in der von uns gewählten Klinik statt, auch wenn wir unsere Wahl schon getroffen haben, nehmen wir natürlich gern daran teil. So kann man sich schon einmal umsehen und einen Blick auf die Möglichkeiten werfen.

Wir wurden in zwei Gruppen aufgeteilt, unsere wurde zunächst durch die Station geführt. Schön und modern ausgestatte Zweibettzimmer wurden uns gezeigt, eine Sitzecke und auch das damalige Kinderzimmer, welches nun als Stillzimmer umgebaut wurde. Uns wurde gesagt, dass viel Wert auf rooming in gelegt wird, das heißt, die Babys sind 24 Std am Tag im Beistellbett bei der Mutter und nicht wie früher nur tagsüber und nachts zum stillen. Anders könnte ich es mir aber ehrlichgesagt auch nicht vorstellen. Weiter wurde uns erzählt, was wir an Kleidung und Hygieneartikeln für uns und das Baby einpacken sollten und was uns von der Klinik zur Verfügung gestellt wird. Auf der Station machte alles einen tollen Eindruck, die moderne Ausstattung und die nette schon etwas ältere Kinderkrankenschwester wirkte sehr kompetent. Auch fand ich gut, dass die Entscheidung der Mutter was das Thema stillen angeht berücksichtigt und locker damit umgegangen wird. Da ich mir noch unsicher bin, ob ich stillen möchte oder nicht. Kommt mir diese Einstellung sehr gelegen.
Als nächstes wurde unsere Gruppe durch den Kreißsaal geführt. Es gibt insgesamt vier Kreißsääle von denen zwei eher groß und zwei eher kleiner sind. Jeder ist aber in etwa gleich ausgestattet. Das Kreisbett, eine Wanne, eine Sprossenwand, ein Pezziball und ein Tuch in das man sich quasi hängen kann, um besser mit den Wehen klarzukommen. Sämtliches Arzt- und Hebammenbesteck, sowie Medikamente sind versteckt hinter einer Wand, sodass man diese erst einmal gar nicht sieht. Die Räume sind in warmen Farben gestrichen und man kann auch musikhören, wenn man möchte. Als nächstes wurde uns noch der Op-Saal für Kaiserschnitte gezeigt, dieser befindet sich neben den Kreißsäälen und ist somit im Notfall schnell erreichbar. Man müsste also nicht, wie in anderen Kliniken, erst in eine andere Etage fahren. Dieser Tisch erschien mir schon ein wenig angsteinflößend, aber wie meine Ärztin mir sagte steht einer natürlichen Geburt ja nichts im Wege und somit brauche ich mir dazu auch keinen Kopf zu machen.

Sollte es zu Komplikationen beim Kind kommen, ist ein Team mit Ärzten aus der Klinik mit der Neonatologie innerhalb von spätestens 9 Minuten vor Ort.

Uns wurde erklärt, dass man nach der Entbindung in einen separaten Raum kommt, wo auch das Bonding, stattfinden kann. Hier kann die frisch gebackene Familie dann, je nach Entbindungsart, zwei bzw. vier Stunden verweilen und sich kennenlernen.

Alles machte einen wirklich guten Eindruck, die Kinderkrankenschwester und die Hebamme die uns die Räumlichkeiten gezeigt und erklärt haben, wirkten sehr kompetent und aufgeschlossen. Man hat ein sicheres Gefühl und eine solche Führung sollte wirklich jede Schwangere in ihrer Wunschklinik mitmachen.

Die Anmeldung zur Geburt

Wie wir während der Führung erfahren haben, ist eine Anmeldung zur Geburt ab 34+0 (34 Wochen Schwanger) möglich. Eine Anmeldung ist nicht zwingend erforderlich, aber um sich unter den Wehen einige Fragen zu sparen, macht es schon sinn. Zur Anmeldung ging ich mit einer anderen schwangeren, ihr errechneter Termin war der 15. April 2020 also genau einen Tag vor unserem. Wir lernten uns rein zufällig in einer Facebookgruppe kennen und stellten fest, auch noch beide die gleiche Frauenärztin zu haben. So konnten wir uns während der Schwangerschaft über dies und das austauschen und auch gemeinsam zur Kreißsaalführung sowie Anmeldung gehen. Während der Führung kam man auch mit anderen ins Gespräch, wodurch auch schnell eine weitere Bekanntschaft entstand. Also kannte ich zwei Mädels, die im April in unserer Wunschklinik entbinden wollten, was mir irgendwie zusätzlich ein sichereres Gefühl gab. Ich war ja schon ein wenig gespannt, bei wem von uns es zuerst losging.

Die Anmeldung war total unkompliziert, es war eine wirklich sehr nette Hebamme, die mit mir den zuvor ausgefüllten Fragebogen durchguckte und noch auf den ein oder anderen Punkt einging.

Z.B. zum Thema Vorerkrankungen, da ich seit 2012 mal mehr oder weniger unter Depressionen litt, notierte sie das extra damit die diensthabenden Hebammen und Ärzte im Falle eines aufkommenden Babyblues nach der Entbindung darauf vorbereitet sein könnten. Ein wenig war das auch meine Angst, aber die gesamte Schwangerschaft hindurch zeigten sich keinerlei Symptome und ich blickte dem ganzen positiv entgegen. Meinte Therapeutin meinte, egal was auch kommen mag, es seien dann tatsächlich „nur“ die Hormone und mir könne dann super geholfen werden. Was mir ein zusätzlich gutes Gefühl gab.

Als nächstes fragte sie mich, warum ich bei der Frage zum Thema stillen nichts eingetragen habe. Ich erklärte ihr meinen Zweispalt und sie riet mir zu einer für und wider Liste, sie trug ein Fragezeichen ein und meinte ich solle mir keinen Druck machen und es zur Entbindung sagen wie ich mich entschieden habe.

Mehr als die üblichen Fragen nach Hausarzt, Gynäkologe und Krankenkasse wurden auch gar nicht gestellt. Wenn man wollte, konnte man sich direkt die Einverständniserklärung für die PDA (Peridualanästhesie) mitnehmen. So hätte man zuhause genügend Zeit sich damit auseinander zu setzen und diese schon mal zu unterschreiben. Das habe ich nicht gemacht, ich verschließe mich der PDA zwar nicht grundsätzlich, aber wie manch andere die sofort nach einer verlangen und für die direkt klar ist eine zu nehmen, bin ich dem gegenüber nicht eingestellt. Ich möchte erst einmal sehen, wie sich Wehen anfühlen ehe ich mich dafür entscheide.

Eine Untersuchung findet bei einem normalen Aufnahmegespräch nicht statt, diese wird nur durchgeführt, wenn der betreuende Gynäkologe eine Einweisung ausstellt. Das kann z.B. der Fall sein, wenn das Baby zu fortgeschrittener Schwangerschaft noch in Beckenendlage liegt oder es bei vorausgegangen Geburten zu Komplikationen kam.