Schwangerschaft Essen

Das eine Schwangerschaft den Körper verändert, ist jeder Frau bewusst, natürlich auch mir. Wie das alles sein würde, konnte ich mir zuvor aber nicht vorstellen. Vorgenommen habe ich mir, auf mein Gewicht zu achten, mich wirklich gesund zu ernähren und mich viel zu bewegen.

Die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft

Man liest ja so einiges zu Beginn einer Schwangerschaft, von der Ernährung bis zur Gewichtszunahme gibt es zu allem eine Leitlinie. Man solle, je nach Ausgangsgewicht elf bis 16 kg zunehmen, mehr oder weniger seien schlichtweg nicht gut für das Kind. Bei einer zu geringen Gewichtszunahme kann es zu Entwicklungsverzögerungen kommen und bei einer zu hohen zu Schwangerschaftsdiabetes und einem großen Kind. Darüber hinaus sollten Frauen, deren Ausgangsgewicht wie bei mir übergewichtig ist, eher weniger zunehmen.

Bei jeder Vorsorgeuntersuchung wird auch immer das Gewicht überprüft, was für mich immer der ungeliebteste Teil der Untersuchung war. Im Verlauf der Schwangerschaft habe ich 26 kg zugenommen, hätte mir das vorher jemand gesagt, hätte ich es nicht geglaubt und behauptet, alles zu tun, um nicht so viel zuzunehmen. In den ersten Wochen nahm ich sogar erst ein wenig ab, ehe das Gewicht dann schlagartig in die Höhe ging. Nach dem Wiegen ging es immer ins Behandlungszimmer meiner Ärztin, jedes Mal hatte ich ein komisches Gefühl und hoffte sie würde mich deswegen nicht belehren wollen. Das machte sie nicht, nach mehreren Terminen sprach ich sie sogar direkt darauf an, da ich anfing mir Sorgen zu machen. Sie sagte es sei alles im grünen Bereich, die Gewichtszunahme würde zu mir passen und mein Bauch würde dies ebenfalls tun und nicht übermäßig riesig aussehen. Sie meinte, wenn sie als kleine und zierliche Person so viel zunehmen würde, sähe es anders aus aber bei mir macht sie sich da keine Gedanken. Wichtig sei, dass es mir und dem Baby gut geht und das tut es ja schließlich. Das beruhigte mich schon etwas, auch wenn ich mir schon Gedanken über die Zeit nach der Schwangerschaft machte. Natürlich habe ich auch geschaut, wie viel man direkt mit der Geburt an Gewicht verliert. Die Aussagen schwankten zwischen fünf und 15 kg die direkt mit der Entbindung verschwunden waren. Viel weiter brachte mich dies auch nicht, ich war also echt gespannt wie es bei mir wohl sein mag. Am Tag vor der Nacht in der mir die Fruchtblase platze, habe ich mich noch bei meiner Ärztin gewogen. Als ich feststellte, dass es 26 kg sind und die Geburt für mich noch in weiter Ferne lag, da noch keinerlei Wehentätigkeit vorhanden und auch der Muttermund noch fest verschlossen war, dachte ich nur „Wo soll das noch hingehen?“. Das es in der kommenden Nacht losgehen sollte, habe ich ja schließlich nicht geahnt.

Am Tag nach der Entlassung stellte ich mich morgens zuhause auf die Waage, voller Vorfreude stellte ich mich drauf und dann kam die Ernüchterung. Es waren lediglich 4 kg, die ich durch die Geburt verloren habe, mein Kleiner wog 3.765 Gramm und ich fragte mich, was da los war. Mein Freund lachte nur und sagte, ja super, da hast du genau sein Gewicht verloren und ich machte mir einen Kopf wie ich die 22 kg je wieder loswerden sollte.

Dann ging es doch leichter als gedacht, es war scheinbar viel Wasser dabei und die Pfunde purzelten ganz von selbst. Die ersten zwölf kg waren ruckzuck runter und jetzt, knapp drei Monate später sind es nur noch fünf kg, die mich zwar noch ärgern, aber absolut okay sind! Ich denke andere haben es da deutlich schwerer.

Die Gewichtszunahme und der wachsende Bauch hinterlassen natürlich auch seine Spuren auf der Haut, in Form von Schwangerschaftsstreifen. Ich habe von Anfang an gecremt und massiert was das Zeug hält. Für mich waren die Produkte von Burts Bees Mama Bee die Besten, am liebsten habe ich die Belly Butter genommen, beim Öl hatte ich schnell ein recht trockenes Gefühl. Es gibt aber unzählige Produkte die versprechen, Dehnungsstreifen vorzubeugen (Bestseller Schwangerschaftsstreifen). Die Dehnungsstreifen zeigten sich erst ab etwa der 35. Schwangerschaftswoche, also genau dann, wenn man glaubt davon verschont bleiben zu können. Trotzdem habe ich weiter gecremt und einfach gehofft, dass es nicht noch schlimmer wird. Unter der Geburt, den Wehen, Presswehen und schlussendlich dem Kaiserschnitt kamen allerdings noch so einige, teils auch sehr Tiefe hinzu. Nachdem mein Bauch nicht mehr so empfindlich war, fing ich wieder an zu Cremen, erst einmal weiter mit den schon in der Schwangerschaft verwendeten Produkten. Ab demnächst möchte ich aber auch noch etwas anderes versuchen.

Der Körper unterliegt enormen Strapazen, aber ganz gleich wie es klingen mag, es sind doch die schönsten Spuren, die ein Kind hinterlassen kann. Der Spruch „Schwangerschaftsstreifen sind die ersten Bilder, die das Kind von innen an den Bauch malt“, hat etwas Wahres und man sollte jeden Streifen als Erinnerung an diese schöne Zeit sehen. Ebenso die Kaiserschnittnarbe, die mit 17,5cm nicht gerade unauffällig ist, das muss sie aber auch nicht sein, denn hierdurch kam mein kleiner Prinz zur Welt.

Die Ernährung während der Schwangerschaft

Ehe ich schwanger wurde, habe ich meistens nicht gefrühstückt und viel Fast Food gegessen. Schokolade und Fruchtgummi mussten einfach sein und gesund war eher weniger auf dem Tisch. Da war es aber auch noch egal, schließlich trägt man vorher die Verantwortung nur für sich selbst und nicht für ein ungeborenes Kind.

Zu Anfang habe ich mir immer ein gesundes Frühstück zubereitet, mittags viel frisch gekocht und abends ebenso auf etwas gesundes geachtet. Mit der Zeit schlichen sich dann aber hier und da doch mal eine Pizza und Pommes auf den Tisch, ich konnte einfach nicht anders und musste genau dann, genau so etwas essen. Es ist teilweise so gewesen, als hätte ich keine andere Wahl. Ich habe mich dem hingegeben und zum Ende hin eher weniger auf eine wirklich gesunde Ernährung geachtet. Meine Frauenärztin sagte aber, das sei bei vielen Schwangeren so und völlig normal. In Anbetracht der Gewichtszunahme fand ich das zwar nicht so toll, aber solange alles in Ordnung ist, sollte es ja okay sein. Ich machte mir nur auch schon Gedanken, wie es für den kleinen später einmal sein sollte. Denn man sagt ja, was die Mutter bevorzugte, wird das Kind auch gern essen. Ob und wie sich das auswirken wird, wird sich erst zeigen.

Gelüste während der Schwangerschaft

So richtige Gelüste hatte ich eigentlich eher weniger, klar, manches musste ich einfach essen, aber es war nicht so dass ich nachts saure Gurken und Nutella essen wollte. Gern gegessen habe ich alles zitronig frische, ob Kuchen oder Joghurt, alles in der Richtung schmeckte mir besonders gut. Auch Eis konnte ich nicht ablehnen, zum Ende hin habe ich mir nur noch sonntags eines gegönnt, quasi zum Abschluss der Woche. Multivitaminsäfte fand ich auch super, schön süß und klebrig durfte es sein. Lustigerweise hatte ich oft einen Heißhunger auf Fleisch, vor der Schwangerschaft konnte ich auch gut ganz auf Fleisch verzichten und dann hatte ich ein richtiges Bedürfnis Fleisch zu essen. Schon verrückt, wie es alles so kommen kann, der Körper signalisiert einem schon was gerade an Nährstoffen besonders benötigt wird.

Man kann und sollte sich also seinen gelüsten hingeben, alles hat seinen Grund und wenn es eben das eine ist, was der Körper braucht um die Entwicklung des Kindes voranzutreiben, warum nicht?